Ich habe mir gerade mal
dieses Video zum Fable Reboot angesehen und muss mal eines allgemein kritisieren: Woher kommt eigentlich der Wahn, man müsse, egal in welchem Medium, immer mehr "moralische Schattierungen" einbauen?
Der Urheber dieses Videos kritisiert, dass im ersten Fable alles nur "schwarz-weiß" war. Es gab nur gut oder böse.
Nun weiß ich natürlich nicht, ob er damit wirklich die erste Version des Spieles meint oder die erweiterte Version "The Lost Chapters". Letztere habe ich damals gern und viel gespielt und da muss ich einfach sagen, dass die im Video Quatsch erzählen. Man ist zu keinem Zeitpunkt wirklich gezwungen gut oder böse zu sein (außer man will vielleicht eine bestimmte Dämonentür öffnen, oder sowas).
Man konnte genauso gut auch einen "grauen" Helden spielen. Es gab ja sogar Ausrüstung, die darauf ausgelegt war.
Man kann sogar seine Gesinnung zurücksetzen.
Und überhaupt fällt mir kein Spiel der letzten vergangenen 25+ Jahre ein, bei dem es nur gut oder böse gab.
Egal ob Baldur's Gate, KOTOR oder meinetwegen auch The Witcher. Bei Letzterem eher "beste Option", "neutral" oder "suboptimal", je nach Teil der Reihe.
Wo kommt dieser Gedanke her? Allgemein klingt es für mich so, als würde hier behauptet, dass es bis dato immer so war.
Ich glaube die Macher des Videos haben noch nie richtig ein cRPG gespielt.
Was ist denn überhaupt falsch daran, wenn es nur gut und böse geben würde?
Ist das dann auch wieder "das böse Klischee"?
Klischees sind ein Stilmittel und sind absichtlich überzeichnet. Jeder mit Verstand weiß, dass die nicht der Wirklichkeit entsprechen (Ausnahmen bestätigen die Regel ;-) ) und uns eigentlich nur den Spiegel vorhalten wollen.
In den ganzen JRPGs gibt es ja schon seit Ewigkeiten die Bösewichte, die "notgedrungen" böse sind, weil sie die gefallenen, missverstanden Helden sind, welche ein "hehres" Ziel verfolgen. Zum Wohle der gesamten Menschheit usw.
Ist auch mal ganz spannend aber irgendwie bin ich von diesen Graustufen auch gesättigt. Warum also nicht mal das gute Gut-Böse-Klischee auspacken?
Wie bei bspw. Tolkien. Obwohl strenggenommen auch bei ihm nicht alles strikt gut oder böse ist. Aber diejenigen die ihn
nicht gelesen haben behaupten ja auch, dass er ein böser Rassist war...
Ist das irgendeine Art (politisches) "Feindbild"?
Versteht mich nicht falsch, ich bin interessiert an dem Fable Reboot. Ähnlich wie am Gothic Reboot.
Ich wollte die Thematik oben einfach mal allgemein ansprechen.
Was mir aber am gezeigten Material wirklich nicht gefällt, ist die Grafik.
Die wirkt irgendwie sehr "charakterlos", fast wie ein Unreal Engine-Spiel/POC.
Und die Charaktere sehen mir auch irgendwie zu "glatt" aus.
Irgendwie wie in fast jedem modernen Spiel, heutzutage. Alles muss irgendwie "realistischer" aussehen.
Wo bleibt da die Kunst? Die Kreativität?
Aber wer weiß. Vielleicht ändert sich das noch.
Schade ist nur, dass ziemlich sicher, weder das Remake, noch The Lost Chapters, hier jemals erscheinen werden. Letzteres hab ich wenigstens noch im Regal stehen.
Könnte man mal wieder spielen. ^__^