Atreyu666: Jetzt installiere ich gerade Bottles, um mich damit schon mal auseinanderzusetzen. Wird ja irgendwann Pflicht für mich, denke ich mal. Ich habe nur noch nicht ganz verstanden, wie das mit Proton funktioniert. Das soll ja das Spielen von Windows-Games unter Linux extrem performant hinkriegen. Aber wie genau nutzt man das? Muss man das erst installieren oder ist das irgendwo dabei?
(rostfreyh war etwas schneller mit der Antwort. Ich poste meinen Text trotzdem vorerst unverändert.)
Ich nutze auch Bottles und bin sehr zufrieden damit. Wine und Proton sind sogenannte "Runner", diese kann man direkt im Programm herunterladen und nutzen.
Hinweis: Bottles (das Programm) hat zwei Konfigurations-"Ebenen".
- Im Hauptmenü siehst du zwei Karteikarten: 1. Bottles und 2. Library. Dort gibt es auch oben rechts ein "Hamburger-Symbol", u.a. mit den grundlegenden Programm-Einstellungen. Hier kannst du auch die Runners herunterladen.
- Wenn du eine benannte Bottle (also virtuelle Umgebung) erstellst bzw. eine vorhandene anklickst, dann landest du im "Details"-Fenster. Hier nimmt du nur noch Einstellungen für diese spezielle Spiele-Umgebung vor. U.a. kann du einen der zuvor heruntergeladenen Runner selektieren (d.h. Häkchen dran).
Die benannten Bottles sind voneinander unabhängig und isoliert. Es ist dir frei überlassen, wie du diese nutzt. Für bestimmt Spiele nutze ich eine eigene Bottle mit spezialisierten Einstellungen. Aber ich habe auch eine allgemeine "GOG" Bottle, wo ich viele verschiedene Spiele parallel installiere.
Zurück zu den Runners:
Proton und Wine machen das gleiche: Sie übersetzen Windows-Befehle in Linux-Befehle. Proton ist tatsächlich Valves Klon des Wine-Projektes, den sie seitdem intensiv parallel weiterentwickeln für Steam OS etc. Parallele Entwicklungen sind eigentlich doof, aber es findet immer wieder ein Austausch von Features statt und zwar in beiden Richtungen, manchmal aber halt mit gewisser zeitlicher Verzögerung. Proton war bisher immer dank Valves Entwickler-Power ein paar Schritte voraus, um Kompatiblitäts-Fixes für die neuesten Spiele zu implementieren, aber Wine ist deshalb nicht veraltet oder schlechter. Und das Wine-Projekt entwickelt natürlich auch selbst weiterhin am Code.
Mit dem originalen Proton gibt es jedoch einen Haken: Es setzt die Steam API voraus für diverse Funktionen, weil es ja normalerweise aus dem Steam-Client heraus gestartet wird. Doofe Sache!
Jetzt hat man 4 Möglichkeiten:
1. Doch reines Wine nutzen
(alle Wine "vanilla" runner)
2. die Steam-API auch unter Linux nutzen
(der Runner "Proton GE" macht das so, benötigt dann aber die Steam Runtime)
3. den Proton-Code portieren, d.h. ein Wine mit Proton-Patches, aber halt ohne die Steam-API-Funktionen
(Runner "Wine GE" und andere)
4. einen Adapter nutzen, der für Proton einen Fake-Steam-Client simuliert
(drüber hatte ich kürzlich gelesen, finde aber den Namen gerade nicht oder wie/wo das implementiert ist. :-/ )
EDIT: Gefunden! Es ist ein Nebenprojekt von
GE-Proton, nämlich der "
UMU-Launcher". Bescheuerter Name, aber was will man machen. Habe ich selbst jedoch noch nicht ausprobiert, weil ich bisher einen Wine-Runner inkl Proton-Patches verwende.